Tag 16 – Die sich verändernde Wahrnehmung

Nach einigen Tagen des „schwach seins“ war es heute schon ein wenig besser. Auch wenn ich mich derzeit nach wie vor von Kleinigkeiten runterziehen lasse. Aber gut, darüber wollte ich heute gar nicht schreiben. Es geht um etwas anderes. Letztlich soll man sich auch auf die positiven Dinge konzentrieren, wenn es einem schlecht geht. Eben um sich selbst wieder raufzuziehen, und um sich nicht so sehr von den eigenen Emotionen überrennen zu lassen.

Nun, denn erzähl ich euch etwas darüber, wie ich vor kurzem das erste Mal eine Veränderung an meinem eigenen Körper entdeckte und wie ich reagierte:

Um dies verstehen zu können, muss ich euch kurz eine andere Geschichte erzählen. Vor knapp 15Jahren bin ich am Knie operiert worden. Und da war es so, dass ich eine Woche lang nicht aufstehen durfte. Egal, ob zum Zähne putzen, Haare waschen oder auf die Toilette gehen, alles musste im Liegen geschehen. Nach einer Woche durfte ich also endlich wieder meine Beine bewegen. Als ich mein linkes Bein anhob (das operierte), und sich der Oberschenkel anspannte, sah ich, wie schmal der war. Im ersten Augenblick dachte ich: „Hey cool! Ich habe abgenommen!“ Doch kurze Zeit darauf sollte ich erfahren, dass diese Art der Abnahme nicht gut war. Denn der Muskel hatte sich schlichtweg zurück gebildet, da das Bein nicht bewegt wurde. Also absolut kein Grund zur Freude, und somit wurde dieser Anblick eher mit „Krankheit“ assoziiert.

Nun habe ich also vor kurzem dieses besagte Bein mal wieder angehoben und dachte mir:“ Ach du Schreck! Was ist denn jetzt passiert? Bin ich krank?“ Ist es nicht merkwürdig mit der Wahrnehmung? Ich brauchte tatsächlich ein oder zwei Tage, ehe ich begriff, dass es keinerlei Grund zur Sorge gibt. Ich bin gesund. Das Bein ist diesmal „schmaler“, weil ich schlichtweg abgenommen habe. Und ja man sieht es, ich habe in der Uniform auf der Arbeit eine Größe kleiner und irgendwas muss dafür ja verschwunden sein, also ist es sehr wahrscheinlich, dass es diesmal ein gutes Zeichen ist.

Mittlerweile freue ich mich darüber. Und gleichzeitig hatte ich auch Angst davor. Denn das, was ich schon so lange wollte, das scheint jetzt tatsächlich zu passieren. Der Körper verändert sich, auf eine Art, wie ich es bisher so noch nie erlebt habe. Es ist etwas, das dir Angst machen kann, aber du wächst in der Wahrnehmung während dein Körper sich formt. Es ist okay. Es ist fremd, aber mit jedem Tag wird dieses Gefühl vertrauter, bis zu dem Zeitpunkt, an dem dieser neue Körper normal wird, und man sich alte Fotos anschaut und denkt: „Was waren denn das für Zeiten?“

Das als Impuls für heute, sei bereit, deinen Körper sich verändern zu sehen. Nimm es wahr, auch die Angst, die da sicherlich mit kommen wird. Meistens ist unser Problem die Angst vor der Angst (glaub mir, ich weiß, wovon ich rede…), denn wenn du in dieser Situation, die dir so dermaßen Angst macht, erst mal drin bist, wirst du merken, dass du vielleicht noch ein wenig unsicher bist, es aber auf jeden Fall machbar ist. Und hoppla, plötzlich hast du eine Angst weniger. Anmerkung: Es wird sicherlich nicht mit jeder Angst so gehen, es gibt einige, da braucht es mehr Hilfe und Einfühlungsvermögen von Menschen von außerhalb, doch vieles reden wir uns auch nur selber ein. Meist auch aus Bequemlichkeit, wenn ich sage, ich habe Angst davor, dann brauch ich mich in dem Bereich nicht weiter anzustrengen…etwas das ich auch heute mal wieder lernen durfte. 😉

Wir lesen uns morgen wieder. 

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